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Über uns

WerkstattSehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde alter Radios, Radiobastler und Radiosammler,

hier entsteht eine neue Internetpräsens aus Frankfurt an der Oder. Irgendwann muss man ja mal damit anfangen und wir wollen mit einem Artikel über uns aus dem Wochentageblatt "Der Blickpunkt" beginnen.

Wir wollen unsere Sammlung "sichtbar machen", Ersatzteile sollen dem, der sie braucht, eine Sorge abnehmen, Literaur soll dem Lernenden helfen, die technische Geschichte der Radioentwicklung verständlich zu machen. Und wir wollen über diese Seiten mit Gleichgesinnten in Kontakt kommen.

 

 Was schreibt Herr Klemt über uns?

 

 Club der Radiobastler schaut am liebsten in die Röhre

 

 Frankfurt (Oder). Der Schaltplan ist vergilbt und eingerissen, die Bleistiftzeichnung aber noch gut zu erkennen. Nach ihr hat der Abiturient Karl-Heinz Boßan in den 60er Jahren sein erstes Highend-Radio gebaut. Mit Eingängen für Phono und Tonband, integriertem Mixer. „Ich hätte sogar Karaoke singen können, wenn ich damals gewusst hätte, dass es so etwas gibt.“ Fast liebevoll streichelt der gelernte Elektromechaniker und Ingenieur das alte Chassis und scheint den Röhren zuzuzwinkern.

RadiomuseumSie sind das eigentlich Wunder, dessen Faszination den Frankfurter nie losgelassen hat. „Mit zwölf Jahren habe ich Kristalldetektoren gebastelt, mit 16 mein erstes Radio. In den 60er Jahren bin ich mit dem Handwagen zu Radio-Wiesner gefahren und habe mir alte Geräte zum Ausschlachten geholt“, erzählt der Sammler. Vor zehn Jahren hat er begonnen, sich zu Hause eine Elektrowerkstatt einzurichten. Spezielle Messtechnik, Tischlerwerkzeug und Fachliteratur finden sich sich in den Regalen.

Zu Boßans liebsten Raritäten gehören ein Volksempfänger von 1936, ein norwegisches Produkt von 1943 und der „Beethoven 2“ von 1954. „Mit seinen vier Lautsprechern klingt der wie ein ganzes Orchester.“ Ein skeptischer Blick fällt auf den „Blaupunkt“ von 1938, der gerade auf dem Arbeitstisch steht. „Ich habe mich noch nicht getraut, ihm Strom zu geben“, meint Boßan. „Erst muss ich ihn mir genauer ansehen, damit nicht versehentlich noch funktionierende Originalteile zerstört werden.“

Sicher, Boßan sammelt auch Bücher, Kakteen, Whiskeyflaschen. Aber Rörenradios sind noch etwas ganz Anderes. 

Mit Originalteilen werden die Oldtimer der Unterhaltungselektronik wieder auf Vordermann gebracht. Dabei ist Behutsamkeit angesagt. Oft sind Kontakte angerostet, Kondensatoren erschöpft, die Senderwahlmechanik defekt. Lötkolben und Pinzette sind die wichtigsten Utensilien des Reparateurs. Auch die edlen Gehäuse werden aufpoliert. So entstehen Schmuckstücke, die jedes Sammlerherz erfreuen. 30 bis 40 Arbeitsstunden sind dafür kein zu hoher Preis.

„Duplikate tauschen wir auch, um unsere Sammlung zu komplettieren. Viele vollenden mit solchen Geräten das Ambiente ihrer Werkstatt, ihres Büros oder ihres Wohnzimmers. Allerdings reicht die alte UKW-Skala nicht bis 108, sondern nur bis 100 Megahertz. Aber den richtigen Fans ist das egal“, weiß der Bastler. 

Zum Glück unterscheiden sich die alten West- und Ost-Geräte kaum. So kann Boßan immer wieder einmal in seine mehr als 400 Exemplare umfassende Röhrensammlung greifen. Jeder Typ ist akribisch erfasst. Der größte Schatz aber sind die Schaltpläne. Sie sollen eingescannt und dann zusammen mit dem Röhrenkatalog ins Internet gestellt werden. „Radiobastler gibt es auf der ganzen Welt. Der Austausch ist international.“

Einmal im Monat trifft sich sich jetzt der Stammtisch, das auch für weitere Enthusiasten offen ist. Vor allem aber wollen die Röhrenradobastler mit ihrem kleinen Club  ein Stück Technologie- und Designgeschichte bewahren. „Bloß nichts wegschmeißen“, mahnt Boßan deshalb. Liebend gern nimmt er Radios, Plattenspieler und Fernseher entgegen, ehe sie achtlos auf den Schrott geworfen werden. „Wer etwas abgeben möchte, kann mich jederzeit unter der Telefonnummer  0171 7143815 erreichen.“

Auch den Kontakt zu Museen und potenziellen Ausstellern wollen die Sammler intensiv pflegen. So ist bereits im November eine erste Ausstellung der schönsten Geräte aus den 40er bis 60er Jahren im Elektronik-Ausbildungszentrum der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) geplant. Auch im Oderturm soll es zum Jahresende noch eine kleine Schmuckstück-Exposition geben.

  

 

 

Henry-Martin Klemt

April 2002

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